INSEKTENFORUM


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04.07.2008 14.14 | Klaas Reißmann |
Metallische Farben sind keine Pigmentfarben. Bei Pigmentfarben wird durch Pigmente jeweils nur das Farbspektrum des Sonnenlichtes reflektiert, das die Färbung des Insekts ausmacht. Jede andere Farbe wird durch die Pigmente absorbiert.

Bei metallischen Färbungen (man spricht von Interferenzfärbungen) ist die Sache wesentlich komplizierter. In diesen Fällen besitzen die Insekten mehrere hundert Schichten innerhalb der Endocuticula, die parallel zur Cuticulaoberfläche angeordnet sind. Dabei wechseln sich sogenannte "elektronendicht" erscheinende und wasserhaltige Schichten ab. Innerhalb dieser Schichten entstehen Interferenzen zwischen einfallendem und reflektiertem Licht, was den metallischen Glanz erzeugt.

Hieraus kann man dann schließen, dass bei Arten, die üblicherweise metallisch aussehen müßten, die aber tatsächlich schwarz oder braun sind, diese Schichten zerstört oder nicht angelegt wurden. Entweder handelt es sich um genetische Fehler, respektive Fehler bei der Häutung, oder es handelt sich um ein altes Tier, bei dem durch ständiges Scheuern (z. B. bei Laufkäfern, die regelmäßig z. B. unter Steine kriechen) die Endocuticula abgenutzt wird und die entsprechenden Schichten fehlen. Es bleiben die Pigmentführenden Schichten über und die eigentliche Pigmentfärbung wird sichtbar.

Glanz ist auch z.B. bei Schmetterlingspuppen zu beobachten. Wer einer Raupe von Inachis io bei der Verpuppung zuschaut, wird feststellen, dass diese anfänglich (im absolut frischen Zustand) hellgrün ist (die Körperflüssigkeiten scheinen durch die noch sehr dünne Cuticula hindurch) und im Verlauf einiger Stunden teilweise sogar metallische Färbungen annimmt. Die metallische Färbung entsteht erst dann, wenn der Aufbau der Cuticula weit fortgeschritten und diese entsprechend dick ist und dann auch die entsprechenden Schichten innerhalb der Endocuticula aufweist.

Kurz vorm Schlupf wird das Prinzip umgekehrt, die Cuticula wird allmählich abgebaut, sie verliert den metallischen Glanz und wird schließlich, weil sie in der Dicke absolut minimiert ist und auch die Pigmentführenden Schichten abgebaut wurden, durchsichtig.

Wenn noch Fragen da sind, einfach stellen. Wenn ich sie beantworten kann, werde ich das tun.

Viele Grüße
Klaas

04.07.2008 11.52 | wodix |
Augenzwinkern danke ! ist bekannt wie der metallische Glanz zustande kommt?
Chrysolina graminis sieht ja ebenso rattenscharf aus, wie einige andere der Gattung Chrysolina auch.

Grüße,
wodiX

04.07.2008 09.21 | Klaas Reißmann |
Jo, Chrysolina coerulans, der an Minzearten lebt. Weitere Arten, die an Minze leben, sind C. graminis und C. herbacea, die hier aber nicht in Frage kommen.

Viele Grüße
Klaas

04.07.2008 08.42 | wodix | Pfefferminzkäfer !
Hallo Forum,
diesen wunderschönen Käfer (grün / blau metallic cool ) habe ich in einer Minzpflanze entdeckt.
Jemand eine Idee?

Grüße,
WodiX

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