INSEKTENFORUM


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16.04.2008 13.49 | Klaas Reißmann |
Moin Carina,

Bombus-terrestris-Komplex = Bombus terrestris, Bombus lucorum, Bombus cryptarum und Bombus magnus

[QUOTE]Für ne genauere hätte ich die Breite der gelben Streifen auf ihrem Rücken messen müssen und mit einem Bestimmungsbuch vergleichen[/QUOTE]

Selbst das funktioniert laut Experten wohl nur bedingt, da wohl alle vier Arten in der Ausprägung des Thoraxstreifens variieren. Da ich auf dem Gebiet der Hummeln aber kein Experte bin, müßten hier andere Leute weiterhelfen.

Liebe Grüße
Klaas

16.04.2008 11.56 | Carina |
Hallo Jette, hallo Klaas

Naja, ich wusste, dass das nicht so ideale Bedingungen waren. Darum blieb die Hummel auch nicht übermässig lange da drin.

Der B. terrestris-Komplex besteht aus vier Arten? Ich kenne nur zwei:
B.terrestris (Dunkle Erdhummel)
B.lucorum (Helle Erdhummel)

Welches sind die anderen zwei?

Ich weiss, meine Bestimmung war nur grob. Für ne genauere hätte ich die Breite der gelben Streifen auf ihrem Rücken messen müssen und mit einem Bestimmungsbuch vergleichen XD.

15.04.2008 20.58 | Klaas Reißmann |
Hallo Carina,

in diesem Fall kann auch die übermäßige Feuchtigkeit das ihre getan haben. Allerdings ist so eine Spritzampulle im Volumen sehr klein, so dass ich Sauerstoffmangel nicht ausschließen kann.

Zur Bestimmung der Hummel sei gesagt, dass Bombus terrestris ein Komplex aus vier Arten ist, die selbst den Experten das Leben nicht leicht machen. Deine Hummel ist also eine Erdhummel aus dem Bombus-terrestris-Komplex. Welche Art sich hinter Deiner verbirgt ist aber so ohne weiteres nicht zu ermitteln.

Liebe Grüße
Klaas

15.04.2008 20.50 | Jette |
Naja, das waren nicht gerade optimale Lebensbedingungen... Augenzwinkern

15.04.2008 18.03 | Carina |
Hallo Klaas

Naja, der Behälter war ziemlich klein im Durchmesser (war eine Spritze der wir vorne die Nadel abesägt und einen Stopfen draufgesetzt hatten).
Ich schätze mal so im Durchmesser 1-2cm. Kann leider keine genaue Angabe machen. Könnte mich aber auch stark nach unten verschätzt haben. Wir haben die Spritze leider nicht mehr, fortgeworfen wegen der Parasiten.

Die Hummelkönigin (B. terrestris) war nen rechter Brummer und passte im Durchmesser gerade noch rein.

Zuerst zappelte sie herum. danach beruhigte sie sich aufgrund der mangelnden Bewegungsfreiheit und der Dunkelheit in meiner Hosentasche. Die Feuchtigkeit war nachdem Versuchs- Ansiedeln recht hoch, die Spritze (aus Plastik) innen stark beschlagen.

14.04.2008 23.29 | Klaas Reißmann |
Moin Carina,

die Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da man erst einen Exkurs in die Funktion der Organe der Insekten und in die verschiedenen Arten zu atmen machen müßte. Das wäre viel zu kompliziert und würde Dir vermutlich nicht helfen. Ich versuche es also vereinfacht auszudrücken:

Ich vermute, dass Du bei Deiner Hummel deutliche Pumpbewegungen des Hinterleibs gesehen hast. Hummeln (und eigentlich die meisten Vertreter der Hymenoptera - Bienen, Wespen, Ameisen) und Käfer z.B. sind zu diesen Hinterleibskontraktionen in der Lage, mit denen sie ihr Tracheensystem aktiv belüften können, man spricht von "ventilieren".

Bei Käfer erfolgt das mit der Einschränkung, dass dies bei Abdominalkontraktionen nur für den Hinterleib gilt, da die Tracheenverbindung von Hinterleib und Brust eingeengt ist. Bei Hummeln sieht das anders aus. Hier existiert eine gute Verbindung des Tracheensystems von Hinterleib und Brust, so dass die Brust hier auch entsprechend besser ventiliert wird.

In der Regel (nicht immer) tritt dieses Ventilationsverhalten kurz vor der Flugphase auf, oder fällt zusammen mit dem größten Hämolymph-Aufkommen im Hinterleib. Sie machen das also nicht immer, sondern nur phasenweise, so dass Du sicherlich nicht diese Kontraktionen übersehen hast, da sie, wenn sie erfolgen, deutlich sichtbar sind.

[QUOTE]Doch die Hummel hatte die Beine nicht ausgestreckt, sondern eingeknickt.[/QUOTE]

Wie bereits gesagt gibt es bei Hummeln keinerlei Thanatose, entsprechend verhält sich die Hummel auch nicht so, stellt sich also nicht tot. Die Beine zusammengezogen haben kann nur ein Tier, dass entweder tot oder bewußtlos ist oder ruht. Ich gehe in Deinem Fall von einer Bewußtlosigkeit aus.

[QUOTE]Und mein Vater (der mich bei dem Ausflug begleitete), sagte, das könne nicht sein, dass die Hummelkönign zu wenig Luft hatte.[/QUOTE]

Da müßte man wissen, wie groß der Aufbewahrungsbehälter war und wie sich die Hummel in der Gefangenschaft verhalten hat. Wie war die Feuchtigkeit im Behälter vorher und nachher?

Liebe Grüße
Klaas

14.04.2008 18.14 | Carina | Danke
Hallo,

danke für die ausführliche Antwort. Doch die Hummel hatte die Beine nicht ausgestreckt, sondern eingeknickt. Und mein Vater (der mich bei dem Ausflug begleitete), sagte, das könne nicht sein, dass die Hummelkönign zu wenig Luft hatte. das dachte ich afangs nämlich auch.

Kann es sein, dass ich die Atembewegung des Hinterleibs einfach nicht gesehen hatte, weil sie so schwach war?

13.04.2008 16.59 | Klaas Reißmann |
Hallo Carina,

im Insektenreich gibt es den sogenannten "Totstellreflex". Der Fachausdruck dafür ist Thanatose. Bei diesem Reflex strecken Insektenarten, die dazu in der Lage sind, die Beine in einer Form vom Körper weg, dass sie wie tot aussehen und in dieser Haltung erstarren sie eine Weile.

Von Hummeln ist die Thanatose nicht bekannt. Die von Dir beschriebenen Umstände sprechen eher dafür, dass was anderes nicht in Ordnung war. Am ehesten würde ich denken, dass die Luft knapp wurde und die Hummel, wegen Sauerstoffmangels, das Bewußtsein verloren hat. Wäre sie noch bedeutend länger in dem Gläschen verblieben, wäre sie erstickt.


[B]Schlaganfall:[/B]

Rein anatomisch nicht möglich. Der Schlaganfall des Menschen ist eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Das Gehirn des Menschen ist durchzogen von kleinen und kleinsten Blutgefäßen, die es ständig mit dem benötigten Sauerstoff versorgen. Verstopft ein solches Blutgefäßt, kommt es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und in dessen Folge zum Schlaganfall.

Spinnentiere im weiteren Sinne (also auch Milben, Krebse etc.) und Insekten haben, im Gegensatz zum Menschen, einen offenen Blutkreislauf. Es existiert ein Herz, dass in Form eines Schlauches in der "Rückenregion" liegt. Dieser Schlauch ist nach vorne und hinten offen. Er saugt kontinuierlich Körperflüssigkeit mit dem darin enthaltenen Blut an und pumpt es an der anderen Seite wieder in die Körpermasse raus.

Im Gegensatz zum Menschen transportiert das Blut aber nur Nährstoffe und keinen Sauerstoff. Für die Sauerstoffversorgung besitzen Spinnentiere und Insekten das sogenannte Tracheensystem. Dieses System besteht bei Insekten aus kleinen Öffnungen am Hinterleib, genannt Stigmen, seitlich angebracht (je eine links und rechts pro Segment) und einem System aus stabilen Röhren, das eigentliche Tracheensystem. Über diese Stigmen wird die Atemluft angesaugt und verteilt sich dann passiv im Tracheensystem und wird direkt an die einzelnen Organe und die Muskeln abgegeben.

Da dem Tracheensystem keine anderen Aufgaben zukommen, kann es hier auch nicht zu Verstopfungen kommen und somit auch nicht zu einem Schlaganfall.

Bei Spinnentieren ist es ähnlich, nur ist die kleine Anzahl Öfnnungen am Hinterleib der Insekten durch eine einzelne Öffnung auf der Unterseite Des Hinterleibs bei Spinnentieren ersetzt.


[B]Herzinfarkt[/B]

Da ein Herz vorhanden ist, der oben angesprochene Herzschlauch, ist auch ein Versagen dieses Organs denkbar. Allerdings käme hier nur ein Versagen aus Altersgründen in Frage, da auch das Herz über das oben erwähnte Tracheensystem versorgt wird und kaum an Sauerstoff-Unterversorgung leiden dürfte.

Der Herzinfarkt dürfte sich aber vollends anders abspielen als beim Menschen. Ein sofortiges Unwohlsein würde wohl nur in eingeschränktem Maße für das Tier spürbar sein. Der Herzinfarkt wird sich hier wohl über einen längeren Zeitraum erstrecken, in dessen Folge die Organe und Muskeln schrittweise, je nach Verbrauch der Nährstoffe, die wegen des ausgefallenen Herzens nicht mehr erneuert werden, die Arbeit einstellen. Ich könnte mir denken, dass sich dieser Prozess ggfs. sogar über ein paar Tage erstrecken kann und man dem Insekt rein äußerlich nichts anmerken würde.

Die Informationen zu Herzinfarkt und Schlaganfall sind aber graue Theorie, reine Schlussfolgerungen aus den Kenntnissen zur Anatomie der Invertebraten und den Kenntnissen der Ursachen für Schlaganfall und Herzinfarkt.

Viele Grüße
Klaas

13.04.2008 15.48 | Carina | Hummelkönigin totgestellt?
Hallo Leute,

Ich habe gestern für (Versuchs-)Ansiedlungszwecke eine Hummelkönigin eingefangen, die suchend herumflog.

Als ich später das Gefäss, in dem ich die Hummel hatte, wieder hervornahm (ich hatte das Gefäss im Dunkeln meiner Hosentasche, um die Hummel zu beruhigen), regte sie sich nicht mehr.
Ich sah, dass sie Parasiten hatte. Doch daran kann eine Hummelkönigin in so kurzer Zeit nicht sterben, oder?

Kurz darauf begann die Hummelkönigin wieder zu atmen und ihre Beine zu bewegen.

Könnte es sein, dass diese Hummelkönigin für kurze Zeit [B]ihren Atem angehalten hat, um sich totzustellen?[/B]

Viele liebe Grüsse
Carina

PS: Kann eine Hummel oder ein anderes Insekt/Spinnentier/sonstwas
an [B]"Herzinfarkt" oder "Schlaganfall"[/B] sterben?

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